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FIGAWA: Erste bundesweite Studie zum Vorkommen von Legionellen in Mehrfamilienhäusern

Der Verband der Firmen im Gas- und Wasserfach e. V. (FIGAWA) hat bereits Ende 2014 das Institut für Hygiene und Öffentliche Gesundheit der Universität Bonn (ihph) beauftragt, Trinkwasserproben im Hinblick auf Legionellenbefall auszuwerten, die in Umsetzung der neuen Pflicht zur systemischen Trinkwasseruntersuchung nach § 14 Abs. 3 Trinkwasserverordnung entnommen wurden. Die Daten wurden von großen Umweltlaboratorien und Probenahme-Dienstleistern zur Verfügung gestellt und stammen zum weit überwiegenden Anteil von (rein) gewerblich genutzten Gebäuden mit zentraler Warmwasserbereitung aus dem gesamten Bundesgebiet.

1 Mio. Trinkwasserproben ausgewertet, 16,5% der Gebäude von Legionellen betroffen

Die Ergebnisse dieser „bundesweiten Statusanalyse“ wurden im Oktober 2015 erstmalig auf der wasserfachlichen Aussprachetagung des Deutschen Vereins des Gas- und Wasserfaches der Öffentlichkeit präsentiert. Sie zeigen folgendes Bild: Von den ausgewerteten 1.020.000 Trinkwasserproben überstiegen 5,6% den so genannten technischen Maßnahmenwert von 100 Kolonie bildenden Einheiten (TMW), bei dessen Überschreitung der Anlagenbetreiber weitere Maßnahmen zur Ursachenforschung und Gefährdungsanalyse ergreifen muss. Die Gefahrenschwelle von 10.000 Kolonie bildenden Einheiten wurde bei 0,3% aller untersuchten Proben überschritten.

Ein Großteil der Daten konnte eindeutig Gebäuden zugeordnet werden. Daraus ergab sich eine Quote von 16,5% von Legionellen betroffener Liegenschaften. Die Studie konnte zudem nachweisen, dass die maximal erreichte Betriebstemperatur einen erheblichen Einfluss auf die Legionellen-Population in der Trinkwasserinstallation hat. So war etwa das Risiko einer signifikanten Legionellen-Konzentration bei Betriebstemperaturen unter 55 ° C gegenüber einem Betrieb im Temperaturbereich von 55 bis 60 ° C, wie im technischen Regelwerk DVGW W 551 vorgeschrieben, dreifach erhöht.

Die Ergebnisse der Studie wurden in einem Fachbeitrag der ihph-Projektverantwortlichen Prof. Dr. Thomas Kistemann und Dr. Sebastian Völker im Fachmagazin „IKZ-Fachplaner“ Mitte Oktober 2015 veröffentlicht (www.ikz.de).

Nähere Informationen zur Studie und zum Themenkomplex „Legionellen in Trinkwassersystemen“ stellt auf Anfrage der FIGAWA-Arbeitskreis „Trinkwasseranalytik“ zur Verfügung (www.figawa.org).