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EWP: Wie viele Legionellen leben in Wohngebäuden?

In der Mai-Ausgabe der energie | wasser-praxis, dem Fachmagazin der Energie- und Wasserwirtschaft, werden die Ergebnisse der Studie des Hygieneinstituts der Universität Bonn (ihph) zum Legionellen-Vorkommen in Trinkwasserinstallationen nochmals anschaulich zusammengefasst. Dabei treibt die Autoren auch die Frage um: Wie viele prüfungspflichtige Anlagen gibt es denn nun bundesweit?

Die Statusanalyse des ihph aus Bonn hat auf ein unglaubliches Datenvolumen zurückgreifen können. 1.020.000 Trinkwasserdatensätze wurden ausgewertet. Es ist die weltweit größte Studie zur Fragestellungen, wie viele zentrale Warmwasserversorgungsanlagen im Geschosswohnungsbau von Legionellen betroffen sind.

Dr. Rudolf Becker-Kaiser, Leiter Marketing bei der Laborgruppe Eurofins NDSC Umweltanalytik GmbH, und unser Vorstand Marcus Pikarek erläutern in ihrer Eigenschaft als Obleute des Arbeitskreises Trinkwasseranalytik der Firmen im Gas- und Wasserfaches e. V (figawa) die Ergebnisse der ihph-Studie. Sie gehen auch kurz auf die Hintergründe ein, warum das Projekt trotz der bereits anfänglich bekannten und beklagten Limitationen gestartet wurde. 16,5% von Legionellen befallene Gebäude sprechen eine klare Sprache, das Thema Trinkwasserhygiene in Wohngebäuden mit zentraler Warmwasserbereitung nicht zu bagatellisieren. Auf der anderen Seite wurde zwar der Einfluss niedriger Temperaturen auf das Legionellen-Wachstum nachgewiesen, konnte aber aus Sicht der Forscher allein nicht erklären, warum es in den aufgezeigten Größenordnungen zu Überschreitungen des technischen Maßnahmenwertes kam.

Auch eine weitere Frage verweigert sich beharrlich einer verbindlichen Antwort: Wie viele untersuchungspflichtige Großanlagen zur Trinkwassererwärmung gibt es denn nun tatsächlich bundesweit? In zahlreichen Einzelgesprächen haben die Autoren versucht, Licht ins Dunkel des noch relativ neuen Marktes zu bringen. Allein den Gebäudebestand der Immobilien- und Wohnungsunternehmen, die sich unter dem Schirm des Dachverbandes GdW (Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen e.V.) versammeln, schätzen befragte Immobilienexperten auf 375.000 bis 400.000 prüfungspflichtige Anlagen.

Wir selbst halten diese Schätzung für durchaus realistisch, können aber den gesamten Markt der Amateurvermieter, Fondsgesellschaften und kleinen und mittelgroßen Hausverwaltungen nicht seriös einschätzen. Insofern soll der ewp-Fachbeitrag auch in dieser Hinsicht die Debatte um die Legionellenprüfung weiter befeuern.

Der Artikel steht hier allen Interessierten zum Download zur Verfügung.

ewp-Fachartikel Legionellen in Wohngebaeuden von Becker-Kaiser/Pikarek