Hinweise des RKI gerechtfertigt: zahlreiche Gebäude vor Wiedereröffnung des Betriebes mit Legionellen belastet

Die Beprobungen der Trinkwasser-Installation in Gebäuden, die mehrere Monate geschlossen oder im Betrieb stark eingeschränkt waren, zeigen deutlich, dass die Legionellen die Zeit im Stagnationswasser genutzt haben, um sich stark zu vermehren. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hatte bereits Anfang Juni in seinem epidemiologischen Bulletin vor Gesundheitsgefahren durch erhöhtes Legionellenaufkommen in längere Zeit ungenutzten Immoblien gewarnt.

Viele Kunden haben uns im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juli beauftragt, Trinkwasseruntersuchungen, in denjenigen Liegenschaften auszuführen, die kurz vor Wiederinbetriebnahme nach einer mehrwöchigen oder sogar merhmonatigen "Corona-Pause" stehen und in denen es zu einer Vernebelung des Trinkwassers kommt. Die Motivation lag im Schwerpunkt im Gesundheitsschutz der eigenen Angestellten und Geschäftspartner und nicht so sehr auf der Erfüllung der Vorgaben der Trinkwasserverordnung. So wurde nicht selten auch die Beprobung von dezentralen Anlagen gewünscht. Die Sensibilität für Erreger haltige Aerosole ist nicht zuletzt im Zuge der Covid 19-Debatte bei vielen Eigentümern und Facility Managern signifikant gestiegen.

Die ersten Ergebnisse zeichnen flächendeckend ein eindeutiges Bild: Legionellen in mittlerer und hoher Konzentration werden oft nachgewiesen, wie dieses Beispiel (Auszug und Ausschnitt aus einem Befund-Reporting) eindrucksvoll zeigt:

„Stagnierendes Wasser führt offenbar relativ schnell zur Vermehrung von Legionellen im gesamten Leitungssystem. Eine derart eindeutig erkennbare systemische Kontamination an zahlreichen Entnahmestellen je Anlage haben wir so nicht erwartet“, kommentiert Stefanos Anastasiadis, Leiter Hygiene bei WATERcontrol, die vorgefundene Befundungssituation.

Ob die Problematik mit einfachem Spülen oder thermischen Desinfektion wieder schnell gelöst werden kann, wird die Zukunft zeigen. Wir bleiben hier mit unseren Kunden am Ball. Die ersten Ergebnisse aus Nachuntersuchungen (nach ergriffenen Abhilfemaßnahmen) sind jedoch nicht vor Ende August zu erwarten.